Behandeln

  1. Hepatitis B
  2. Hepatitis C
  3. Wo behandeln lassen?
  4. Links und Downloads

Hepatitis B

Wirksame Kontrolle der Viren

In 90 Prozent der Fälle heilt eine akute Hepatitis-B-Infektion von selbst aus. Medikamente für die Behandlung der akuten Hepatitis-B-Infektion gibt es keine. Die chronische Hepatitis B hingegen kann mit antiviral wirkenden Medikamenten oder mit pegyliertem Interferon-alpha behandelt werden. Da auch bei einer erfolgreichen Therapie immer noch Erbgut von Viren in den Leberzellen vorhanden ist, bestehen kaum Chancen für eine wirkliche Heilung der chronischen Hepatitis B. Dank der Behandlung wird aber die Menge der Viren im Blut reduziert. So können schwere Komplikationen einer Leberzirrhose wie Blutungen oder Leberkrebs verhindert werden.

Während einer erfolgreichen Therapie kommt es in den meisten Fällen zu einer Verbesserung der Leberfunktion und einem Rückgang der Leberfibrose. Bei Patienten mit fortgeschrittener Lebererkrankung (Zirrhose und/oder Leberkrebs) oder schwerer Hepatitis B kann eine Lebertransplantation durchgeführt werden.

Hepatitis C

Hohe Heilungsraten dank neuer Therapien

Eine chronische Hepatitis-C-Infektion ist heute in den allermeisten Fällen heilbar. Während frühere Therapien mit Interferon und Ribavirin für die Patienten körperlich und psychisch eine grosse Belastung darstellten, haben die neueste Generation von antiviral wirkenden Medikamenten nur noch wenige Nebenwirkung. Zudem hat sich auch die Therapiedauer drastisch verkürzt und dauert noch 8 bis 12 Wochen. Die Chance auf Heilung ist auch für schwierig zu therapierenden Patienten, das heisst für Betroffene mit Leberzirrhose, HIV/HCV-Koinfizierte und Lebertransplantierte, sehr hoch.

Und so funktionieren die neuen Medikamente: Die antiviralen Substanzen, Direct Acting Antiviral Agents (DAAs) genannt, wirken direkt auf den Lebenszyklus des Hepatitis-C-Virus ein und stören diesen. Die DAAs hemmen verschiedene virale Eiweisse (Protease, Polymerase oder das NS5A-Eiweiss) und verhindern, dass sich die Viren in der Leberzelle vermehren und andere Zellen angreifen können.

Einführung der DAAs: Ende 2011 wurden als erste Vertreter der DAAs in der Schweiz für den Genotyp 1 zwei Proteasehemmer zugelassen. Der Genotyp 1 kommt mit fast der Hälfte aller Infizierten in der Schweiz am häufigsten vor und war bisher schwierig zu therapieren. Die ersten Proteasehemmer, die noch mit Interferon und Ribavirin kombiniert werden mussten, brachten in dieser Hinsicht eine Verbesserung der Heilungsraten. Allerdings waren die Nebenwirkungen schwerwiegend. Dies besserte sich mit DAAs der zweiten Generation. Das erste Medikament, ein Polymerasehemmer, wurde im Sommer 2014 zugelassen. Weitere folgten. Die neuen Medikamente haben den Vorteil, dass sie nur ein- bis zweimal täglich eingenommen werden müssen, deutlich weniger Nebenwirkungen verursachen und dass die Therapiezeiten stark verkürzt wurden. Die neuen Medikamente können auch untereinander kombiniert werden, so dass interferonfreie Therapien heute Standard sind.

Heilungsraten: In klinischen Studien konnten dank der neuen Medikamente mehr als 96 Prozent der Patienten mit Hepatitis C geheilt werden, und dies mit deutlich weniger Nebenwirkungen als bisher. Wegen der grossen Zahl von Betroffenen und der hohen Behandlungskosten hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Verschreibung der Medikamente mit einer sogenannten Limitatio zuerst eingeschränkt. Seit dem 1. Oktober 2017 sind alle Medikamente ohne Einschränkungen verfügbar.

Insgesamt ermöglichen die neuen Medikamente erstmals eine Perspektive, die bisher undenkbar schien: die Möglichkeit, Hepatitis C in absehbarer Zeit weltweit zu eliminieren und damit Millionen von Menschenleben zu retten.

Wo behandeln lassen?

Hepatitis-C-Therapien können nur von Spezialisten verschrieben werden, dazu gehören Gastroenterologen, Hepatologen, Infektiologen sowie Suchtmediziner mit ausgewiesener Erfahrung in der Behandlung von Hepatitis C. Hausärztinnen und Hausärzte können via das Angebot HepCare eine Hepatitis-C-Therapie in ihrer Praxis anbieten.

Unten finden Sie eine Karte mit Test- und Behandlungszentren sowie Adressen für Menschen mit Suchterkrankungen.

Empfehlungen